Behinderte Menschen als Konsumenten

It has been said that technology has made the world smaller, but for the blind or those with poor vision, not necessarily. But there are some innovative and useful apps available to the vision impaired, because the blind can virtually see color and light.

Während der E-Day14 fand ich einen Vortrag besonders interessant und bedeutsam, und zwar den Vortrag von Herrn Mag. Klaus Höckner und Herrn Daniele Marano von der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs.

Bei diesem Vortrag „Mobile Accessibility – Grenzenloses Unternehmen- Unternehmen für alle“ ging es um neue Entwicklungen für den Unternehmenserfolg von morgen nach dem Motto „Behinderte Menschen sind Konsumenten“.

Haben Sie gewusst, dass 20% der europäischen Bevölkerung zur Gruppe der behinderten bzw. älteren Menschen gehört?

Im Jahre 2030 werden es 30% sein!

Bei ihrem Vortrag stellte Herr Daniele Marano einige nützliche und leistbare Apps für sehbehinderte Menschen vor: u.a. den „ColorSay“, „Say Text“, „Voiceye“, „Barcoo“ und „TapTapSee“.

Wenn Sie nähere Informationen zu den erwähnten Apps haben möchten, dann lade ich Sie gerne ein, auf diese Internet-Seiten einen Blick zu werfen: ”Color ColorSay – Farbscanner“: kuubus.de/farbscanner-colorsay/ , „Say Text“: www.youtube.com/watch?v=PlWJF27IdX4 , “Voiceye”: itunes.apple.com/at/app/voiceye/id496389982?mt=8 , “Barcode & QR Scanner barcoo”: play.google.com/store/apps/details?id=de.barcoo.android&hl=de und “TapTapSee”: www.taptapseeapp.com/ . Die Idee, z.B. den Inhalt einer Speisekarte als einen QR-Code auf die Speisekarte anzulegen wäre geradezu ideal für die Anwendung des “Barcode & QR Scanner barcoo”.

Generell zu diesem Thema sind nach Meinung von Herrn Mag. Klaus Höckner folgende Punkte wichtig:

  • Informations- und Kommunikationstechnologien stellen eine Revolution für das Leben von Menschen mit Behinderungen dar.
  • Sie ermöglichen einen selbstbestimmten Zugang zu Informationen, Dienstleistungen und Gütern.
  • Dies aber nur dann, wenn man nicht wieder Barrieren einbaut, so dass diese Gruppe von Menschen von der Benutzung des Internets ausgeschlossen wird.
  • Beispiele:
    • Seiten, die nur mit Maus zugänglich sind – Blinde Menschen, Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen sind ausgeschlossen,
    • Seiten ohne Möglichkeit einer alternativen Ausgabe – damit können blinde Menschen diese sich nicht vorlesen lassen oder auf der Braillezeile anzeigen lassen,
    • schlechte Programmierung – nicht standardkonforme Programmierung,
    • Bilder werden nicht beschrieben, PDFs, die nicht bearbeitbar sind, werden verwendet.
  • D.h., es stellt sich die Frage, wer ist betroffen: Blinde Menschen können z. B. Bilder nicht erkennen und benötigen Sprachausgabe oder Braille Tastatur, Menschen mit Sehschwäche können eine kleine Schrift kaum erkennen, Personen mit einer Farbfehlsichtigkeit (Farbenblindheit): Kognitive Einschränkungen brauchen einfach verständliche Inhalte, Personen mit Spastiken können keine Maus bedienen: benötigen alternative Eingabegeräte und Sprachsteuerung und gehörlose Menschen können kein Audio verstehen.
  • Es gibt Richtlinien, die nur eingehalten werden müssen, damit Barrierefreiheit gegeben ist, die sog. WCAG 2.0 (auch als internationale Norm gültig: ISO/IEC 40500:2012).
  • Gesetze müssen eingehalten werden: seit 2008 gibt es eigentlich die Verpflichtung, Websites barrierefrei zu gestalten – Übergangsfrist läuft Ende diesen Jahres aus!
  • Jeder Mensch soll – unabhängig seiner Behinderung – alle Websites und Apps mit jedem beliebigen Ausgabegerät bedienen können.
  • Accessibility ist auch ein Usability-Problem: je besser und barrierefreier Websites gestaltet sind, desto besser zugänglich für alle Menschen und auch vor allem für ältere Menschen.
  • Ältere Menschen sind von allen Arten von Behinderung betroffen, auch wenn sie es nicht hören wollen:
    • nachlassende Sehkraft bis zur Erblindung,
    • Gehörbeeinträchtigungen bis zur Gehörlosigkeit,
    • motorische Beeinträchtigungen, die z.B. dazu führen, dass man eine Maus nicht mehr bedienen kann.
  • Einhaltung von Accessiblity/Usability führt auch dazu, dass wir auf allen Geräten das Internet bedienen können, so auch auf Tablets, Smartphones etc. und auch in Umweltbedingungen, die uns behindern (laute Umgebung, U-Bahn etc.).
  • Design4All  ist das Prinzip, um das es hier geht: nicht für spezielle Nutzergruppen spezielle Lösungen kreieren, sondern für die Gesamtheit der  Bevölkerung designen!
  • Schließen wir die Digital Gap und warum/wie:
    • Sinnvoll (Mehrnutzen, Arbeitserleichterung),
    • Benutzerfreundlich (Hilfestellungen, alternative Möglichkeiten),
    • Bedürfnisgerecht/Zielgruppengerecht,
    • Gutes Screendesign (fokussiert, strukturiert, Wahrnehmung),
    • Effektiv und effizient (Zeit sparen, Fehler vermeiden),
    • Gute Verfügbarkeit (Zuverlässigkeit, Performance).

Folgende wirtschaftliche und soziale Folgen wurden von der EU Kommission geschätzt, dazu die Zusammenfassung von Herrn Mag. Klaus Höckner:

  • Wirtschaftliche Folgen: Unter der Annahme, dass die Websites öffentlicher Stellen in den sechs Mitgliedstaaten, die noch keine Maßnahmen zur Gewährleistung eines barrierefreien Webzugangs getroffen haben, bisher keinerlei Barrierefreiheit aufweisen, müssten zwischen 37 und 88 Mio. EUR investiert werden, damit die Vorgaben zu 100 % erfüllt sind. Die jährlichen Ausgaben betragen Schätzungen zufolge 41 Mio. EUR, wenn man davon ausgeht, dass ein Drittel der Websites neu entwickelt und die Barrierefreiheit der restlichen Websites aufrechterhalten und überwacht werden müsste. In den 21 Mitgliedstaaten, die bereits Maßnahmen zur Sicherstellung eines barrierefreien Webzugangs getroffen haben, sind nur minimale zusätzliche Investitionen erforderlich, da die betroffenen Websites öffentlicher Stellen in den Anwendungsbereich bestehender nationaler Vorschriften fallen. Die Anbieter von Dienstleistungen zur  Sicherstellung eines barrierefreien Webzugangs würden infolge des größeren Marktes und geringerer Markteinführungskosten für ihre Dienste von Skaleneffekten profitieren. Der wirtschaftliche Nutzen für öffentliche Stellen wäre erheblich, da sie einen größeren Bevölkerungsanteil erreichen könnten.
  • Soziale Folgen und Sensitivitätsanalyse: Bessere Möglichkeiten zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Teilhabe für viele Menschen, insbesondere für ältere Menschen und Menschen mit funktionellen Einschränkungen. Bessere Beschäftigungsmöglichkeiten in ganz Europa für Fachleute im Bereich des barrierefreien Webzugangs. Was den zu erwartenden finanziellen Nutzen betrifft, so ist dieser mit 400 Mio. EUR für jede Zunahme der Beschäftigung um 1 %, 30 Mio. EUR für jede Verbesserung des Webzugangs um 1 % (durch Zeitersparnis) und 300 Mio. EUR für jede Zunahme des Online-Einkaufs um 10 % anzusetzen.

Für diese Zitate und Fakten benutzte Herr Mag. Klaus Höckner folgende Quellen: Fachschriften der German UPA, herausgegeben von German UPA e.V., Band II Barrierefreiheit – Universelles Design und Bericht des Arbeitskreises Barrierefreiheit.

Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren wollen, dann bitte ich Sie,

Herrn Mag. Klaus Höckner
Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs
T +4313303545-24
T +436642241433
E hoeckner@hilfsgemeinschaft.at
und über XING, LinkedIn oder Facebook zu kontaktieren.